
Sonnenfinsternis fotografieren: So geht es sicher und das brauchen Sie dafür
Eine Sonnenfinsternis gehört zu den faszinierendsten Naturereignissen überhaupt. Es ist völlig verständlich, dass Sie diesen Moment festhalten möchten – und mit der richtigen Vorbereitung gelingen Ihnen dabei beeindruckende Aufnahmen.
Eine Kamera auf die Sonne zu richten ist jedoch eine ganz besondere Herausforderung. Wer dabei Fehler macht, riskiert ernsthafte Schäden an der Kamera. Deshalb ist es so wichtig, sich gründlich vorzubereiten. In diesem Leitfaden erklären wir Ihnen genau, wie Sie eine Sonnenfinsternis fotografieren können – sicher und mit großartigen Ergebnissen.
Schnellnavigation:
- Was lässt sich bei einer Sonnenfinsternis fotografieren?
- Ausrüstung für die Sonnenfotografie
- Welchen Filter für die Sonnenfinsternis?
- Kameraeinstellungen für partielle und totale Sonnenfinsternis
- So fotografieren Sie eine Sonnenfinsternis
- Zusätzliche Tipps
Welche Phasen lassen sich bei einer Sonnenfinsternis fotografieren?
Eine totale Sonnenfinsternis verläuft in mehreren Phasen – und jede bietet interessante Motive:
Die partielle Phase ist der langsame Aufbau. Der Mond bewegt sich über etwa 70–80 Minuten schrittweise vor die Sonne. Die Sonne sieht aus, als würde ein Bissen aus ihr herausgenommen. Diese Phase ist zwar weniger spektakulär, eignet sich aber hervorragend, um Fokus und Belichtung feinzujustieren.
Bailys Perlen und der Diamantring erscheinen in den letzten 20–30 Sekunden vor der Totalität. Wenn das letzte Sonnenlicht durch die Mondkrater bricht, entstehen winzige helle Punkte – Bailys Perlen – gefolgt von einem brillanten Aufleuchten, dem sogenannten Diamantring. Diese Phase dauert nur wenige Sekunden. Den Sonnenfilter für Objektive müssen Sie hier schnell entfernen.
Die Totalität ist das Hauptereignis. Der Mond bedeckt die Sonne vollständig, und die Korona – die äußere Atmosphäre der Sonne – leuchtet wie ein Halo. Nur während der Totalität ist es sicher, ohne Sonnenfilter zu fotografieren. Sie dauert je nach Standort zwischen wenigen Sekunden und einigen Minuten.
Die Rückkehr spiegelt den Beginn wider: Bailys Perlen erscheinen erneut, dann der Diamantring, und schließlich kehrt die partielle Phase zurück.
Ausrüstung für die Sonnenfotografie
Sie brauchen kein riesiges Equipment, um eine Sonnenfinsternis gut fotografieren zu können. Das ist wirklich wichtig:
- Ein Teleobjektiv. Die Sonne ist im Bildausschnitt kleiner als erwartet. Ein 100-mm-Objektiv zeigt die Sonne recht klein, ist aber ideal, um die weitreichende, zarte äußere Korona während der Totalität einzufangen. Objektive im Bereich 300–600 mm ermöglichen Details wie Protuberanzen und Bailys Perlen, aber die äußere Korona geht verloren. Wählen Sie je nach Priorität.
- Einen Sonnenfilter für das Objektiv oder einen starken ND-Filter. Ohne Filter darf die Kamera keinesfalls auf die partielle Sonnenfinsternis gerichtet werden – der Sensor würde unwiederbringlich beschädigt.
- Ein stabiles Stativ (bevorzugt mit Kugelkopf) ist unverzichtbar. Die Sonne wandert im Bildausschnitt, und Sie müssen die Kamera immer wieder präzise nachführen.
- Ein Fernauslöser. Bereits die Vibration durch das direkte Drücken des Auslösers kann bei langen Brennweiten zu Verwacklungen führen. Nutzen Sie ein Kabel oder einen Funkauslöser. Alternativ geht auch der Selbstauslöser, ist jedoch weniger komfortabel.
- Sonnenfinsternisbrillen. Für Ihre eigenen Augen – in jeder Phase außer der Totalität.
- Ersatzakku und Speicherkarten. Live-View und lange Sessions verbrauchen viel Energie. Nehmen Sie Ersatz von allem mit.
Welchen Filter brauchen Sie für die Sonnenfinsternis-Fotografie?
Um eine Sonnenfinsternis zu fotografieren, benötigen Sie einen Spezialfilter – sonst wird der Kamerasensor beschädigt. Es gibt zwei Möglichkeiten: einen Sonnenfilter für die Kamera oder einen ND-Filter mit mindestens 16 Blendenstufen. Herkömmliche Graufilter mit weniger als 16 Stufen sind für die Sonnenfotografie nicht geeignet.
Was ist mit dem Stapeln mehrerer ND-Filter, um auf 16 Stufen zu kommen? Das ist grundsätzlich möglich, kann aber die Bildqualität beeinträchtigen – besonders wenn die Filter nicht aus hochwertigem optischem Glas bestehen.
Der Filter muss vor dem Objektiv montiert werden, nicht dahinter. Rearfilter sind gefährlich, weil die konzentrierte Sonnenenergie den Filter im Inneren des Kameragehäuses buchstäblich zum Schmelzen bringen kann.
Es empfiehlt sich sehr, einen ND-Filter mit magnetischer Befestigung zu verwenden – so können Sie ihn bei einsetzender Totalität blitzschnell abnehmen.
Der Kase ND-Filter für Sonnenfinsternis mit 17 Blendenstufen (ND100000) ist ideal für die Sonnenfotografie: Er schützt den Sensor zuverlässig und lässt sich dank Magnetbefestigung mühelos montieren und abnehmen.
Kameraeinstellungen für partielle und totale Sonnenfinsternis
Für eine Sonnenfinsternis benötigen Sie zwei grundlegend verschiedene Belichtungseinstellungen – eine für die partielle Phase und eine für die Totalität. Die genauen Werte hängen von Ihrer Ausrüstung und dem Aufnahmeort ab.
Das wichtigste Prinzip: Blende und ISO fixieren und nur die Belichtungszeit anpassen. Das hält die Bedienung übersichtlich. Empfehlenswert: Blende f/8 und ISO 100.
Kameraeinstellungen für die partielle Phase
Starten Sie mit einer Belichtungszeit von 1/640 bis 1/1000 Sekunde und kontrollieren Sie das Histogramm. Die Sonne soll hell und detailreich erscheinen, ohne dass die Lichter am rechten Histogrammrand abgeschnitten werden. Passen Sie von dort aus an.
- Blende: f/8
- ISO: 100
- Belichtungszeit: ca. 1/640–1/1000 s (je nach Filter und Lichtverhältnissen anpassen)
- Weißabgleich: Tageslicht
- Modus: Manuell
- RAW aufnehmen
Kameraeinstellungen für die totale Sonnenfinsternis
Während der Totalität ist die helle Sonnenscheibe verdeckt, und Sie fotografieren die Korona – die deutlich lichtschwächer ist. Die Helligkeit der Korona variiert von innen nach außen enorm – mehr als jede Kamera in einer einzigen Aufnahme einfangen kann.
Deshalb ist Belichtungsreihe (Bracketing) bei der totalen Sonnenfinsternis unverzichtbar. Stellen Sie Ihre Kamera auf Bracket-Modus und fotografieren Sie mehrere Belichtungen. Eine bewährte Methode:
- Blende: f/8
- ISO: 100
- Belichtungszeiten: 1/1000 s → 1/250 s → 1/60 s → 1/15 s → 1/4 s → 2 s
Wiederholen Sie die Sequenz während der gesamten Totalität und achten Sie darauf, die Sonne stets in der Bildmitte zu halten. Die besten Koronaaufnahmen entstehen oft in der Mitte der Totalität.
Viele moderne Kameras bieten einen automatischen Bracket-Modus, mit dem mehrere Belichtungen per Knopfdruck entstehen.
Wie fokussieren Sie scharf auf die Sonne?
Der Autofokus hat mit der Sonne oft Schwierigkeiten. So gelingt die scharfe Fokussierung:
Aktivieren Sie zunächst den Autofokus und verschieben Sie das Fokusfeld auf den Rand der Sonne. Sobald die Kamera scharf gestellt hat, deaktivieren Sie den Autofokus und lassen die Einstellung unverändert. Sie möchten nicht, dass die Kamera während der Sonnenfinsternis erneut fokussiert.
Vergrößern Sie anschließend das Live-View-Bild auf dem Monitor und suchen Sie nach einem Sonnenfleck – einem kleinen dunklen Punkt auf der Sonnenoberfläche. Drehen Sie den manuellen Fokusring vorsichtig, bis der Sonnenfleck maximal scharf erscheint. Diese Einstellung danach nicht mehr verändern.
So fotografieren Sie eine Sonnenfinsternis – Schritt für Schritt
- Vor der Sonnenfinsternis: Sonnenfilter montieren, Belichtungseinstellungen bestätigen, Fokus fixieren und die Sonne im Bildausschnitt verfolgen.
Achtung: Schauen Sie niemals ohne Sonnenfinsternisbrille durch den optischen Sucher. Nutzen Sie ausschließlich den Live-View. - Erster Kontakt, wenn der Mond den Sonnenrand berührt. Beginnen Sie, alle paar Minuten zu fotografieren. (ca. 70–80 Minuten vor der Totalität)
- 2 Minuten vor der Totalität: Aufnahmen der partiellen Phase beenden. Belichtungszeit auf 1/2000 s einstellen und Filter zur Abnahme vorbereiten.
- 30–60 Sekunden vor der Totalität: Sonnenfilter abnehmen.
- Diamantring und Bailys Perlen: Etwa eine Aufnahme pro Sekunde, während der Diamantring aufleuchtet und Bailys Perlen erscheinen.
- Beginn der Totalität: Bracket-Modus aktivieren und die Belichtungsreihe durcharbeiten. Während der gesamten Totalität weiterfotografieren.
- 20 Sekunden vor Ende der Totalität: Bracketing und Serienaufnahmemodus deaktivieren. Belichtungszeit auf 1/2000 s zurücksetzen.
- Diamantring kehrt zurück: Erneut etwa eine Aufnahme pro Sekunde, wenn Bailys Perlen und der Diamantring wieder erscheinen.
- 30 Sekunden nach Ende der Totalität: Sonnenfilter wieder montieren. Zur Einstellung für die partielle Phase zurückkehren.
Zusätzliche Tipps für die Sonnenfinsternis-Fotografie
- Standort im Voraus erkunden. Besuchen Sie den Ort am Tag vor der Sonnenfinsternis zur gleichen Uhrzeit. Die Sonne steht dann fast an derselben Position – so sehen Sie genau, wie sie in Bezug auf Landschaftselemente im Bild liegt. Nutzen Sie die Gelegenheit, um die Kameraeinstellungen zu üben.
- Optischen Sucher nicht verwenden. Nutzen Sie beim Fotografieren der Sonne immer den Live-View auf dem hinteren Display – auch bei montiertem Sonnenfilter.
- Bildstabilisator auf dem Stativ deaktivieren. Beim Einsatz auf einem Stativ kann der Stabilisator Mikrovibrationen erzeugen und die Bildqualität mindern.
- RAW aufnehmen. Die Möglichkeit, Lichter in der Nachbearbeitung zurückzuholen und den Weißabgleich anzupassen, ist bei Sonnenfinsternisaufnahmen sehr wertvoll.
Und der wichtigste Tipp: Schauen Sie auch mal weg von der Kamera und genießen Sie diesen Moment. Manchmal sind die Reaktionen der Menschen um Sie herum die eindrucksvollsten Aufnahmen.
Sonnenfinsternis fotografieren: Bereiten Sie sich rechtzeitig vor!
Eine Sonnenfinsternis belohnt gründliche Vorbereitung. Machen Sie sich mit Ihrer Ausrüstung vertraut, kennen Sie die genauen Schritte vor Ort, und haben Sie Ihre Einstellungen bereits vor dem großen Tag parat.
Wenn Sie die nächste Sonnenfinsternis festhalten möchten, sorgen Sie rechtzeitig für den richtigen Filter – in letzter Minute ist er oft nicht mehr zu bekommen. Unser Kase KW Revolution Magnetic ND100000 bietet Ihnen die nötige Lichtreduktion, zuverlässigen Sensoschutz und ein magnetisches Schnellverschlusssystem, das den entscheidenden Übergang in die Totalität und zurück so einfach wie möglich macht.
